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Die Signaturlehre besagt, dass Heilpflanzen Zeichen (Signaturen) tragen,
die besagen, welche Krankheiten damit geheilt werden können.
Schon die Ägypter in der Antike benutzten die Lehre der Signaturen zur Ermittlung von Heilmitteln,
doch erst Paracelsus schrieb sie sorgfältig auf und machte sie einem grossen Publikum zugänglich.
Um die Signaturen zu verstehen, werden astrologische Eigenschaften hinzugezogen,
die im Weltbild des Mittelalters die Welt einteilen und erklären.
Die Begründung dafür ist, dass alles zusammenhängt,
dass der Makrokosmos mit dem Mikrokosmos korrespondiert.
Das heisst, man kann am Stand der Sterne und Planeten ablesen,
was auf der Erde aktuell wichtig ist.
Im Himmel sieht man die gleichen Prinzipien der Welt,
wie im Pflanzenreich und bei den Menschen.
Den Pflanzen sind Kennzeichen mitgegeben, die darauf hinweisen,
wofür sie dem Menschen dienen können,
der Mensch muss nur lernen, diese Kennzeichen zu lesen.
So hilft Schöllkraut mit seinem gelben Saft gegen die Gelbsucht, eine Lebererkrankung.
Die Walnuss, mit ihrem hirnartigen Aussehen, soll gegen Kopfschmerzen helfen,
die geschwollenen Wurzelknöllchen des Scharbockskrauts gegen Hämorrhoiden,
Brennesseln mit ihren Haaren helfen gegen Haarausfall.
Aus moderner wissenschaftlicher Sicht ist diese Lehre natürlich nicht haltbar,
doch hat sich herausgestellt, dass viele Erkenntnisse der Signaturenlehre in der Praxis zutreffen.
Auch in anderen schamanistischen Traditionen, wie beispielsweise bei den Indianern,
wird mit Analogien, ähnlich der Signaturenlehre gearbeitet.
Die Zeichen, die einem Heilkraut mitgegeben wurden,
werden hier meist in Trance erkannt.
Paracelsus und später auch Cavaliere Giambattista della Porta
brachten die intuitiv angewandte Signaturenlehre in ein System
und schrieben es gründlich auf.
Das machte die Lehre einerseits bekannt, verstümmelte aber auch deren Lebendigkeit.
Möglicherweise ist die Systematisierung der Signaturenlehre
eine Ursache dafür, dass sie heute kaum noch praktiziert
und von seriösen Wissenschaftlern nicht ernst genommen wird.
Hier einige Beispiele von Analogien der Signaturlehre:
| Merkur |
Venus |
Mond |
Sonne |
Mars |
Jupiter |
Saturn |
| Luft |
Wasser |
Wasser |
Feuer |
Feuer |
Feuer |
Erde |
| Kommunikation, Handel |
Liebe, Harmonie, Schönheit |
Gefühl, Häuslichkeit, Treue |
Kraft, Vitalität, Macht |
Energie, Schöpfung, Aggression |
Phantasie, Grosszügig- keit, Dominanz |
Solide, Vorsicht, Winterskälte, |
| Ich denke |
Ich liebe |
Ich fühle |
Ich will |
Ich bin |
Ich sehe |
Ich brauche |
| Schlingpflanzen, Baldrian, Blutwurz, Farn, Königskerze |
Beifuss, Frauen- mantel, Gunder- mann, Honigklee, Kamille, Schafgarbe |
Taubnessel, Gänsefinger- kraut, Waldmeister |
Arnika, Bärlauch, Angelika, Goldrute, Huflattich, Johannis- kraut, Ringelblume |
Dornen, Disteln, Brennesseln, Löwenzahn, Storch- schnabel |
Reife Früchte, Eiche, Wasserdost, Schöllkraut |
Bittere Pflanzen, Wermut, Wegwarte, Beinwell, Klette, Schachtel- halm |
| Lymphe, Lungen, Nerven |
Drüsen, Fett, Nieren, Genitalien |
Haut, Geschlechts- organe, Rhythmen |
Herz, Kreislauf, Augen |
Blut, Blutgefässe, Galle, Entzündung, Fieber |
Muskeln, Leber, Gicht, Laster |
Knochen, Milz, Siechtum, Alters- schwäche, Verstopfung, Depression |
| Onyx, Topas |
Smaragd, Opal |
Mondstein, Hyazinth |
Jaspis, Chrysolith |
Rubin, Diamant |
Achat, Türkis |
Amethyst, Perle, Granat |
Diese Tabelle ist bei weitem nicht vollständig.
Die meisten Pflanzen können mehreren Planeten zugeordnet werden.
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